Menschen, nicht Gletscher, brachten die Steine nach Stonehenge — doch warum und wie bleibt ein Rätsel

Veröffentlicht am: 07.03.2026
Menschen, nicht Gletscher, brachten die Steine nach Stonehenge — doch warum und wie bleibt ein Rätsel

Was wäre, wenn eine der ältesten und faszinierendsten Strukturen der Menschheit, das berühmte Stonehenge, tatsächlich durch die Hände unserer Vorfahren entstanden ist? Das Rätsel um die monumentalen Megalithen, die über Jahrhunderte auf der Salisbury-Ebene in Wiltshire ruhen, zieht seit jeher Historiker und Archäologen in seinen Bann. Doch die Frage, wie diese massiven Steine aus den entferntesten Ecken Großbritanniens hierher gelangten, bleibt umstritten. Wurden sie von den Menschen der Jungsteinzeit gebracht, oder war es das Werk von Gletschern?

Die Geheimnisse der Herkunft: Woher stammen die Steine von Stonehenge?

Die Megalithen von Stonehenge sind in drei Hauptgruppen unterteilt. Die größten von ihnen, die Sarsens, bilden den äußeren Kreis und das innere Hufeisen der Struktur. Diese stammen ursprünglich aus den West Woods, etwa 25 Kilometer entfernt. Eine andere faszinierende Gruppe sind die Blausteine, die zwischen 2 und 5 Tonnen wiegen und aus dem Mynydd Preseli-Gebirge in Südostwales kommen, etwa 230 Kilometer von Stonehenge entfernt. Schließlich gibt es noch den Altarstein, ein 6 Tonnen schweres Stück paläozoischen roten Sandsteins aus dem Orcadian-Becken in Nordost-Schottland, mehr als 700 Kilometer entfernt.

Die Rolle der Menschen: Haben sie die Steine wirklich bewegt?

Neue Forschungen, die in der Fachzeitschrift „Communications Earth and Environment“ veröffentlicht wurden, liefern überzeugende Beweise für die menschliche Beteiligung am Transport dieser gigantischen Steine. Durch die Analyse winziger Körner, die in Flüssen nahe der Fundstätte abgelagert wurden, konnten Forscher ermitteln, wie verschiedene Materialien über extrem lange Zeiträume durch Großbritannien gereist sind. Was hier besonders ins Auge fällt, ist das Fehlen bestimmter Minerale, das auf den menschlichen Transport der Steine hindeutet.

Der Beweis liegt im Detail: Was uns die Mineralanalyse verrät

Apatit und Zirkon, die ältesten bekannten Minerale des Planeten, spielten eine Schlüsselrolle in dieser Untersuchung. Zirkone sind chemisch stabil und widerstandsfähig, was sie zu idealen mineralischen „Fingerabdrücken“ macht. Interessant an den Funden auf der Salisbury-Ebene war weniger das, was gefunden wurde, sondern das, was fehlte. Hätte der Transport durch Gletscher stattgefunden, wären 464 Millionen Jahre alte Zirkone zu erwarten gewesen, die mit dem Alter der Blausteine übereinstimmen.

Die überraschende Abwesenheit: Warum das Fehlen bestimmter Minerale von Bedeutung ist

Das Fehlen dieser Zirkone, gepaart mit dem Vorhandensein weit älterer Zirkone (zwischen 1,1 und 1,7 Millionen Jahren) und jüngerer Apatite, deutet auf eine lokale Herkunft des Sediments hin. Dies legt nahe, dass die Steine nicht durch Gletscher, sondern durch Menschen bewegt wurden. Laut Anthony Clarke und Chris Kirkland von der Curtin University in Australien untermauern diese Ergebnisse die Theorie, dass Menschen die Hauptakteure beim Transport waren. Sie widersprechen auch früheren Theorien, die auf einen Transport durch Gletscher setzten.

Was motivierte unsere Vorfahren zu dieser gewaltigen Anstrengung?

Und hier bleibt eine der größten Fragen: Warum unternahmen unsere Vorfahren eine solche Mammutaufgabe? War es ein Akt der Vereinigung, ein Symbol der Macht, oder vielleicht ein religiöser Schrein? Obwohl die genauen Gründe unklar bleiben, gibt es Hinweise darauf, dass Stonehenge eine bedeutende gesellschaftliche Rolle spielte.

Stonehenge als gesellschaftliches Bindeglied: Eine mögliche Erklärung?

Einige Archäologen spekulieren, dass Stonehenge als ein Ort diente, der Menschen aus verschiedenen Regionen zusammenbrachte. Es könnte ein Ort des Austauschs und der Zusammenarbeit gewesen sein, der in der jungsteinzeitlichen Gesellschaft eine zentrale Rolle spielte. Diese Theorie wird durch die Entdeckung anderer prähistorischer Stätten in der Nähe gestützt, die ähnliche Baumuster aufweisen.

Stonehenge bleibt ein erstaunliches Zeugnis menschlicher Errungenschaften und ein Symbol für das Streben nach Gemeinschaft und Identität. Während die genauen Umstände des Baus und des Transports der Steine im Nebel der Geschichte verborgen bleiben, bietet jede neue Entdeckung einen faszinierenden Einblick in die Welt unserer Vorfahren.

Entdecken Sie mehr über die neuesten archäologischen Erkenntnisse und wie sie dazu beitragen, die Geheimnisse von Stonehenge und anderen bedeutenden prähistorischen Stätten zu lüften. Die Reise zu den Ursprüngen dieser beeindruckenden Bauwerke ist noch lange nicht beendet und hält sicherlich noch viele Überraschungen bereit.

Peter Falkenberg

Peter Falkenberg ist ein deutscher Journalist, der sich auf aktuelle Nachrichten, gesellschaftliche Entwicklungen und überraschende Entdeckungen spezialisiert hat. In seinen Artikeln beleuchtet er ungewöhnliche Geschichten, wissenschaftliche Fortschritte und Ereignisse, die große Aufmerksamkeit erregen. Sein Stil ist klar, zugänglich und darauf ausgerichtet, komplexe Themen verständlich zu machen.

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